Produzenten hautnah – Dietrich’s Kostbarkeiten und Michelehof

Zu unserem ersten Produzenten hautnah Treffen 2026 waren wir zwar nur eine kleine Gruppe, dafür war es sowohl bei Dietrich’s Kostbarkeiten in Lauterach als auch bei der Familie Büchele im Michelehof in Hard äußerst informativ und gesellig.

So hat Richard Dietrich in Wien Landwirtschaft studiert und dieses Wissen anfangs auch weitergegeben, sich dann aber auf seine Wurzeln besonnen und am elterlichen Hof zunächst mit der Verarbeitung von Streuobst, das niemand brauchen konnte, hochwertige Fruchtsäfte angeboten. Nach und nach wuchs das Geschäft an, sodass er heute neben den Säften auch hochwertige Essige, wie teilweise auch Höherprozentiges anbietet. Bekannt geworden ist Dietrich aber für seinen Vorarlberger Riebelmais, den er in den ursprünglichen Sorten auch als Saatgut bewahren möchte, was gar nicht so einfach ist, wenn die Silomaiskulturen sich mit ihren typischen gelben Körner im an sich weißlich hellen vorarlberger Mais einnisten und dort weiter vermehren wollen. Ein mühsames sprichwörtliches Trennen der Spreu vom – in diesem Falle – Mais ist notwendig, um hochwertiges, wiedervermehrbares und lokal ansässiges Saatgut zu erhalten.

Noch auf der Lauteracher Seite Richtung Wolfurt – vor der Autobahn – bietet Dietrich nun schon im dritten Jahr 30 Parzellen um € 190/Jahr zu je 30 m² an, die er selbst bepflanzt und ansät und diese dann im April an die jeweiligen Pächter übergibt. Dies ist eine kostengünstige und traditionelle Art der Unterhaltung für die ganze Familie, die mit dem Fahrrad direkt zufahren kann und außer Zeit und Engagement nichts mitbringen muss, weil alle Gerätschaften – auch Wasser und Gießkannen – vor Ort sind, um die eigene Parzelle zum Blühen und zur Produktion anzuregen. Richard Dietrich freut sich, wenn heuer erstmalig alle 30 Parzellen bewirtschaftet werden – vielleicht ist hier ja auch noch wer interessiert? Wir stellen gerne den Kontakt her. Einfach Mail an info@gme-verein.at schicken. 

Beim Michelehof in Hard wurden wir ebenso freundlich von Lisa und Albert Büchele empfangen. Gleich zu Beginn zeigte uns Albert das Kernstück seines vielfach prämierten Werkens – seine Destillieranlage, welche im Herbst und wann immer – auch in Brauereien – Überschüsse anfallen nahezu rund um die Uhr läuft. Nach einer ausführlichen und erfrischenden Führung durch seinen architektonisch mehrfach ausgezeichneten Betrieb durften wir uns im ersten Stock am Kamin wärmen, um abschließend die zahlreich von ihm geschaffenen köstlichen Brände zu kosten. Dabei durften wir auch den Unterschied zu Schnäpsen, Geisten, Likören und Ähnlichem erfahren. Höhepunkt und ganzer Stolz des Hausherren ist der wirklich hervorragende hauseigene Whisky, der seinerzeit als fünfjähriger gleich viele Punkte wie ein 12 jähriger schottischer Whisky und sogar mit einem 21 jährigen mithalten konnte – damals der entscheidende Schritt, nicht länger zuzuwarten und gemeinsam mit der Mohrenbrauerei in den Verkauf zu starten – schön, dass er trotzdem nach seinem Erschaffer „Micheles“ genannt werden darf, während sich der Mohr dezent im Hintergrund hält.

Leider musste sich Albert dann noch seinen 19 Kühen im Stall widmen – wir hätten ihm gerne noch stundenlang zugehört!

Ein herzlicher Dank gilt allen Teilnehmerinnen und nicht zuletzt auch den Betrieben von Richard Dietrich und Albert Büchele für die überaus herzliche Aufnahme und den Einblick in ihr Werken und Wirken.

Dietrichs Kostbarkeiten in Lauterach

Michelehof in Hard